Behandlungen

Gynäkologie - Urogynäkologie (Harninkontinenz, Senkung)

Untersuchungen bei Harninkontinenz

Die Senkung der inneren Geschlechtsorgane (Beckenbodensenkung, Gebärmuttersenkung, Blasen- oder Darmsenkung), Blasenentleerungsstörungen, die Harninkontinenz (unwillkürlicher Urinabgang) und Stuhlinkontinenz (unwillkürlicher Stuhlabgang) sind tabuisierte Themen in der Gesellschaft.

 

Auf der anderen Seite leiden insbesondere viele Frauen nach den Wechseljahren unter diesen Beschwerden. Insgesamt geht man davon aus, dass fast die Hälfte der Frauen im Lauf Ihres Lebens mit diesen Erkrankungen konfrontiert sind. Und auch jüngere Patientinnen und sogar Sportlerinnen können davon betroffen sein.

 

Wichtig ist, die Beschwerden anzusprechen, denn es gibt die unterschiedlichsten nicht-operativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten!

 

Und in vielen Fällen kann bereits durch eine sorgfältige Erhebung der Krankengeschichte, eine gynäkologische Untersuchung, eine Untersuchung des Urins sowie eine Ultraschalluntersuchung eine Therapie eingeleitet oder das weitere Vorgehen sinnvoll geplant werden.

 

Weitere Bausteine der Diagnostik können eine urodynamische Messung, eine Blasenspiegelung oder die Restharnbestimmung sein. Unsere zwei Fachärztinnen Frau Franziska Burkhardt und Fr. Doctor-medic Diana Stefanescu haben große Erfahrung in der Behandlung der Senkung und Inkontinenz und sind Ihre Ansprechpartnerinnen im Zentrum für Gynäkologie.

 

Wichtige Krankheitsbilder im Bereich der Inkontinenz sind:

 

 

Belastungs- oder Stressinkontinenz

 

Dies ist die häufigste Form der Inkontinenz bei Frauen. Charakteristisch ist, dass durch körperliche Belastung (z.B. Niesen oder Hüpfen) unwillkürlich Urin verloren geht.

Grund für den Urinverlust ist meist, dass der Verschluss der Harnröhre nicht ordnungsgemäß funktioniert. Ursache dafür ist eine Schwäche des Beckenbodens und/oder Schädigung des Bandhalteapparats, was beispielsweise durch schwere körperliche Arbeit, Übergewicht, eine Geburt oder die Gebärmuttersenkung ausgelöst werden kann.

 

Je nachdem, ob der Urinverlust nur bei schwerer körperlicher Belastung oder schon in Ruhe auftritt, werden unterschiedliche Schweregrade unterschieden.

 

Therapeutisch können bereits Maßnahmen wie ein Training der Beckenbodenmuskulatur oder eine Gewichtsabnahme eine Verbesserung bewirken. Auch eine Änderung des Lebensstils kann beispielsweise durch eine Vermeidung von starker körperlicher Belastung oder die von harntreibenden Substanzen die Beschwerden lindern.

 

Auch medikamentöse Therapieansätze wie lokale Gabe von Östrogenen ist bei Frauen nach den Wechseljahren eine Option. Eine weitere symptomatische Therapiemöglichkeit sind Pessare die in die Scheide eingepasst werden.

 

Versagen konservative Therapieoptionen so, sind auch operative Interventionen wie die Anhebung der Scheidenvorderwand (Kolposuspension) sowie insbesondere das TVT (tension-free vaginal tape, ein längliches Netz, welches unter die Harnröhre eingelegt wird und diese leicht anhebt) als wichtige Bausteine der Therapie zu nennen.

 

 

Dranginkontinenz

 

Die Dranginkontinenz zeichnet sich durch einen plötzlichen Drang Wasser zu lassen aus, der nicht mehr kontrolliert werden kann. Dies hat ebenfalls unwillkürlichen Urinverlust zur Folge.

 

Auch hier gibt es breites Spektrum an Ursachen, die für diese Form der Inkontinenz verantwortlich sein können:
Schwangerschaft, zunehmendes Lebensalter, Harnwegsinfekte, Steine im Bereich der Harnwege, Gebärmuttersenkung und neurologische Erkrankungen.

 

Deshalb sollte bei der Therapie der Dranginkontinenz zunächst einmal, falls vorhanden, die Grundkrankheit behandelt werden. So sollte ein Harnwegsinfekt oder eine Senkung therapiert werden.

Auch das Führen eines Miktionstagebuchs kann zur Ergründung der Ursache der Dranginkontinenz und Planung der Therapie wichtig sein.
Weitere Therapieansätze sind das Blasentraining und ähnlich wie bei der Stressinkontinenz eine Östrogentherapie sein.

 

 

Gebärmuttersenkung (Descensus uteri)

 

Bei der Gebärmuttersenkung tritt die Gebärmutter tiefer Richtung Scheide. Im Extremfall kann diese sogar aus der Scheide herausfallen (Prolaps uteri).

 

Normalerweise wird die Gebärmutter durch verschiedene Bänder, Bindegewebe und die Beckenbodenmuskulatur gehalten. Durch Schädigungen dieser Strukturen kann es nicht nur zu einem Tiefertreten der Gebärmutter, sondern auch zu einem Vorfall der Blase (Zystozele) und/oder des Darms (Rektozele) kommen.

 

Typische Symptome einer Senkung sind Unterbauch- oder Rückenschmerzen, ein Druck- oder Fremdkörpergefühl und ein Zug nach unten. Zusätzlich kann es Entzündungen, Druckgeschwüren oder blutigem Ausfluss im Bereich der Scheide kommen.

Liegt zusätzlich eine Zystozele vor, so sind Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang oder einer Belastungsinkontinenz kommen.

Kommt es durch das Absinken der Gebärmutter dagegen zu einer Rektozele, so sind die Folgen beispielsweise Verstopfung, Schmerzen beim Stuhlgang oder eine Stuhlinkontinenz.

 

Die Behandlung einer Gebärmuttersenkung richtet sich im Wesentlichen nach dem Schweregrad, den Symptomen und dem Alter der Patientin.
Auch ein noch bestehender Kinderwunsch beeinflusst die Therapie natürlich entscheidend.
Bei weniger stark ausgeprägten Formen der Senkung kann schon mit gezieltem Beckenbodentraining eine Verbesserung erreicht werden.

Auch eine hormonelle Therapie kann bei Patientinnen nach den Wechseljahren sinnvoll sein.

 

Bei abgeschlossener Familienplanung ist schließlich auch eine Operation mit Entfernung der Gebärmutter, Raffung des Halteapparats (vordere und hintere Scheidenplastik) und ggfs. Fixierung des Scheidenendes in der Beckenhöhle.

Bei gleichzeitig bestehender Inkontinenz werden stehen noch weitere Operationsverfahren wie beispielsweise die Anhebung der Scheidenwand und Korrektur des Harnröhren-Blasenwinkels (Kolposuspension) zur Verfügung.

 

Insgesamt kann durch die konservativen und operativen Verfahren den meisten Patientinnen mit Inkontinenz- und Senkungsbeschwerden geholfen bzw. zumindest die Symptomatik verbessert werden.

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